|
Nachdem ich gestern das Double Feature
gesehen habe, möchte ich euch natürlich nicht meine Meinung
vorenthalten. Ich hoffe, es ist nicht zu subjektiv geworden.
Ein Review?
Ohne Frage ist Tarantino wieder ein Geniestreich gelungen. Unter
der Prämisse, dass es hier um klassisches Genrekino handelt, wird der
Zuschauer in einen Sog unterschiedlichster Filmfacetten eingebunden.
KILL BILL
Vol.2 ist ohne Zweifel eine Weiterentwicklung des ersten Teils, auch
wenn das nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Man hat das Gefühl,
dass Tarantino in Vol.1 noch sehr mit dem Zuschauer spielte und
ihn von einem Gefühlsbad ins nächste schickte. Der zweite Teil ist
klarer, strukturierter in einer besonderen Art und Weise, die mir
besonders Freude am Schauen des zweiten Teils gemacht hat.
Blut? – Der
Dialog macht den Rausch
Grundsätzlich muss man sagen, dass der Film an Dialogen gewonnen hat.
Genau das ist es, was Vol.1 manchen vermissen lies. Allerdings muss ganz
klar gesagt werden, dass der zweite Teil keineswegs eine Fortsetzung der
Blutgewalt darstellt. Diese diente in Vol.1 als Mittel zum Zweck. Im
zweiten Teil dagegen ist es gerade das Weniger, was den Film so
ausmacht.
Es tauchen wieder
einige Dialogszenen auf, die Tarantinofans lieben werden. Unbeachtete
Dinge werden da genauso diskutiert, wie das offensichtliche Bilden einer
Fassade, die andere gerne sehen würden oder wollen.
In dieser Rolle muss
besonders David Carradine genannt werden, der mehr als in seiner
Rolle aufgeht. Es würde nicht wundern, wenn Tarantino mal wieder
Händchen für das Wiedererwachen alter Filmstars bewiesen hätte.
Western? Aber
bitte mit Stil
Grandiose Schauspieler treffen auf genauso grandiose Filmbilder, die
stark an die alten Spagetti-Western erinnern. Ein Fest für jeden, der
schon immer Sergio Leone liebte. Besonders stark erinnern darin
Aufnahmen nur der Augen und ruhige, voluminöse Bilder, die teilweise
ganz ohne Dialoge auskommen. Der Western Style ist unverkennbar und
viele werden die großen Musikstücke eines Ennio Morricone wieder
erkennen.
Schauspieler?
Hier wird gelebt
Besonders Augenmerk gilt an dieser Stelle David Carradine. In
Vol.1 nur als Stimme wahrgenommen, bekommt einen großartigen Einstieg in
den Film und überzeugt von erster bis zur letzten Minute. Uma Thurman
weiterhin unschlagbar als Die Braut und weiterhin möchte ich Michael
Parks erwähnen, als einer der Schauspieler im Film. Neben dem
bekannten Texas-Ranger Earl McGraw spielt er voll überzeugend den
Esteban Vihaio, einen Zuhälter und ehemaligen Lehrer von Bill.
Zu guter Letzt?
Tarantino- wie auch Filmfans werden diesen Film lieben.
Besonders wenn man sich auf den Aspekt einlässt, dass der Film eine
Hommage an nicht nur Tarantinos Lieblingsgenre der Filmgeschichte ist,
wird man im Kino seine helle Freude haben. Nicht umsonst wird der Film
als Ganzen gesehen und stellt das Schlüsselwerk von Quentin
Tarantino dar.
Man könnte jetzt noch
ewig so weiter schreiben, die vielen kleinen Details aufzählen, die es
wieder zu entdecken gibt, aber das wäre zu viel.
Mein Fazit (ich sehe Kill Bill als EINEN Film): 10/10
Sven Reimann 22. April 2004 |